Leticia – Tipps & Sehenswürdigkeiten am kolumbianischen Amazonas

Leticia – Tipps & Sehenswürdigkeiten am kolumbianischen Amazonas
Inhalt: Tipps für Leticia, Amazonas

Ein Besuch am kolumbianischen Amazonas war ein jahrelanger Traum, den ich mir vor kurzem endlich erfüllt habe. Dank gründlicher Planung war der Aufenthalt ein wunderschönes Abenteuer und vollkommen anders als meine Reisen zuvor. Damit auch ihr bei eurem Besuch im Amazonas-Regenwald alles richtig macht, findet ihr hier die wichtigsten Informationen, Tipps und Ausflugsziele zur Planung eurer Reise. Ausgangspunkt für Touren und Fahrten in den kolumbianischen Regenwald ist der Ort Leticia. Die Kleinstadt mit ihren 40.000 Einwohnern ist nur per Flugzeug oder mit dem Boot über den Amazonas erreichbar. Von der Hauptstadt Bogotá aus fliegt ihr über 1.000 Kilometer in Richtung Südwesten. Dreiviertel der Strecke sind dichter Regenwald. Vom Flugzeug aus seht ihr lange nur die grünen Baumkronen des Regenwalds. Dann taucht auf einmal ein riesiger Fluss am Horizont auf und kurz darauf eine Landebahn mitten im Dschungel. Schon die Anreise zum Amazonas ist also ein kleines Abenteuer. Viel Spaß bei meinen Tipps für Leticia und den kolumbianischen Amazonas.

==> Empfohlene Aufenthaltsdauer am Amazonas: 4-5 Nächte

Flight Bogota Leticia
Anflug auf die Landebahn von Leticia mitten im Dschungel

Fünf Tage am Amazonas

Leticia ist das Sprungbrett für eure Tour in den Regenwald. Viel mehr als den Bootsanleger und die Grenzübergänge nach Brasilien und Peru hat die Stadt aber nicht zu bieten. Für eine Nacht nach eurer Ankunft eignet sich der Ort dennoch gut zur Akklimatisierung. Spätestens am zweiten Tag solltet Ihr mit dem Boot in eine der tollen Unterkünfte außerhalb der Stadt fahren und dort für mindestens zwei bis drei Nächte bleiben. 

Es gibt zwar auch Tagestouren ab Leticia in den Regenwald, allerdings ist die Übernachtung in der Dschungel-Unterkunft ein wichtiger Teil des Reiseabenteuers. Zudem bieten die Naturreservate am Amazonas-Ufer in der Regel günstigere und bessere Ausflüge und Aktivitäten an als die Touren-Veranstalter in Leticia. Weiter unten habe ich euch empfehlenswerte Unterkünfte aufgelistet.

  • Tag 1

    Ankunft Leticia - Stadterkundung - Fahrt nach Santa Rosa (Peru) - Spaziergang nach Tabatinga (Brasilien)

  • Tag 2

    Bootsfahrt mit Transfluviam ins Naturreservat - Erkundung der Unterkunft - Dschungelwanderung - Nachtwanderung

  • Tag 3

    Ausflug zur Affenaufzucht - Besuch der Amazonas-Delfine

  • Tag 4

    Angeln am Amazonaskanal - Besuch einer indigenen Gemeinschaft

  • Tag 5

    Abschied vom Naturreservat - Bootsfahrt mit Transfluviam nach Leticia - Abreise aus Leticia

Leticia - Bootsanleger von Transfluviam
Am Amazonas ist das Boot mit Abstand das wichtigste Verkehrsmittel.

Sehenswürdigkeiten in Leticia

Nach eurer Ankunft in Leticia werdet ihr euch erst einmal an die enorme Luftfeuchtigkeit gewöhnen müssen. Am besten packt ihr direkte luftige Kleidung griffbereit in euren Rucksack, die ihr unmittelbar nach der Landung anziehen könnt. Nachdem ihr eure Unterkunft in Leticia bezogen habt, könnt ihr ein wenig die Stadt erkunden. Mein Highlight waren die Grenzübertritte nach Brasilien und Peru. Dazu müsst ihr nicht einmal offiziell einreisen.

Parque Santander

Tagsüber ist am Parque Santander nicht viel los. Sobald es dämmert und die Restaurants und Bars rund um den kleinen Park öffnen, kommen die Menschen und verbringen gemeinsam den Abend. Eine schöne und friedliche Atmosphäre, wenn nicht gerade Nationalfeiertag ist. Dann verwandelt sich die Fläche nämlich in einen kleinen Freizeitpark mit Fahrgeschäften und Hüpfburgen.

Parque Orellana

Der Parque Orellana befindet sich nahe dem Bootsanleger und ist so etwas wie der Veranstaltungsplatz Leticias. Hier finden am Abend Konzerte und Tanzaufführungen statt. Tagsüber wird ein Markt aufgebaut, auf dem ihr so ziemlich alles Nötige bekommt, was ihr für euren Dschungelaufenthalt benötigt und noch nicht dabei habt.

Leticia Sehenswürdigkeiten - Parque Orellana
Rund um den Parque Orellana findet ihr gute Einkaufsmöglichkeiten

Malecón Turistico

Der Malecón Turistico ist die Uferpromenade, an dem die Boote zu den kleinen Ortschaften am Amazonas-Ufer ablegen. Gerade zum Sonnenuntergang ist hier eine schöne Stimmung und der Blick auf die peruanische Seite des Amazonas lässt schon ein wenig erahnen, was euch die kommenden Tage erwartet. Die Schnellboote von Transfluviam sind das Hauptverkehrsmittel auf dem Fluss und bringen euch in rund zwei Stunden bis in nach Puerto Nariño. Mehr Infos zu den Schnellbooten findet ihr unten im Bereich „Anreise“.

Malecón Turistico Leticia
Blick vom Malecón Turistico in Richtung Peru am Abend

Grenze zu Brasilien und Peru

„Wollen wir eben nach Brasilien laufen? Oder lieber kurz mit dem Boot nach Peru?“ Als wir uns diese Frage stellten, wurde uns schnell klar, was ein wesentliches Highlight von Leticia ist. Im Grenzdreieck von Brasilien, Kolumbien und Peru könnt ihr die Grenzen frei passieren, ohne dabei jedes Mal die Grenzkontrollen und Passformalitäten durchmachen zu müssen. Dadurch sind die drei Orte Tabatinga (Brasilien), Leticia (Kolumbien) und Santa Rosa (Peru) sehr eng miteinander verbunden. Erst wenn ihr weiter in das Inland fahrt, benötigt ihr den Einreisestempel im Pass. Den solltet ihr dann aber auf keinen Fall vergessen.

Zu Fuß nach Brasilien oder mit dem Boot nach Peru? Im Dreiländereck könnt ihr euch ohne Passkontrolle frei bewegen.

Tabatinga (Brasilien)

Die Grenze zwischen Tabatinga und Leticia ist fließend. Um nach Brasilien zu spazieren, lauft ihr von Leticia aus einfach die Carrera 6 hinunter und passiert die Grenze. Tabatinga hat nicht viel mehr zu bieten als Leticia. Sehenswert sind aber die alten Kreuzfahrtschiffe, die vom Passagierhafen nach Manaus ablegen. Auch die Küche ist irgendwie brasilianischer…Wer hätte das gedacht? Offiziell müsst ihr mit brasilianischen Real bezahlen. Unser Mittagessen konnten wir aber auch in Brasilien mit kolumbianischen Pesos bezahlen.

Leticia - Tipps & Sehenswürdigkeiten am kolumbianischen Amazonas: Tabatinga

Santa Rosa (Peru)

Ein Hauch mehr vom Grenzübertritt spürt ihr bei der Bootsüberfahrt nach Peru. Zwischen Leticia und Santa Rosa verkehren den ganzen Tag über kleine Boote, die euch in wenigen Minuten ans andere Ufer bringen. Santa Rosa ist viel kleiner als Leticia und Tabatinga. Im Prinzip ist der Ort ein total verschlafenes Dorf mit nur einer echten Straße. Strategisch wichtig ist Santa Rosa dennoch. Denn von hieraus starten die Boote nach Iquitos, der größten Stadt am peruanischen Amazonas. Für die Einreise nach Peru lauft ihr den Weg vom Hafen hinunter und biegt auf die einzige Straße nach rechts.

Santa Rosa de Yavari
Santa Rosa de Yavari ist ein kleines Dorf mit wichtiger Bedeutung

Aktivitäten und Ziele rund um Leticia

Bevor ihr eure Reise zum Amazonas startet, empfehle ich euch, zu überlegen, was genau ihr eigentlich im Dschungel gerne machen möchtet. Das Angebot an Aktivitäten und Ausflügen ist groß und aufgrund der Luftfeuchtigkeit ist alles anstrengender als bei uns. Pro Tag empfehle ich euch daher, nicht mehr als drei Aktivitäten zu planen.

Naturreservate am Amazonas

Die Reservas Naturales sind meistens einfache, aber wunderschöne Unterkünfte inmitten des Dschungels. Sie werden in der Regel von Einheimischen geführt. Viel näher kommt ihr dem Regenwald nicht. Die Zimmer und Betten sind meistens nur durch mehrere Moskitonetze geschützt. Dadurch könnt ihr nicht nur jederzeit den Regenwald sehen, sondern auch hören und riechen. Zudem unterstützt ihr direkt die einheimische Bevölkerung. Wir waren in der Reserva Tucuchira, zu der ihr unter dem Punkt „Unterkünfte“ weitere Details findet. Dank der unserer grandiosen Guides Antonio und Lucho und dem individuellen Plan mit Aktivitäten und Ausflügen war unser Aufenthalt ein traumhaftes Abenteuer.

Reserva Natural Tucuchira Amazonas
Für drei Nächte war die Reserva Natural Tucuchira unser Zuhause im Regenwald

Dschungelwanderung

Eine Dschungelwanderung gehört natürlich zum Standardprogramm und absolut empfehlenswert. Dazu benötigt ihr in jedem Fall einen Guide. Geht auf keinen Fall alleine in den Dschungel, denn dort sieht fast jede Ecke gleich aus. Selbst Einheimische verlaufen sich ohne Guide regelmäßig im Regenwald. Auch hier lohnt sich der Ausflug von einem Naturreservat aus. Unsere rund dreistündige Wanderung führte teilweise über kleine Pfade und improvisierte Brücken, teilweise aber auch durch dichten primären Regenwald.

Leticia Tipps: Dschungelwanderung im Amazonas
Eine Dschungelwanderung gehört zum Standardprogramm im Regenwald

Nachtwanderung im Dschungel

Die meisten Tiere im Regenwald sind nachtaktiv. Das bedeutet, dass ihr diese erst sehen werdet, wenn die Sonne untergegangen ist. Und das geschieht am Amazonas schon recht früh. Wir starteten unsere zweistündige Tour um etwa 19 Uhr noch vor dem Abendessen. 

Eine Wanderung durch den stockfinsteren Dschungel ist schon saugeil, aber auch etwas irre. Ihr benötigt definitiv eine Taschenlampe. Wir sahen vor allem Spinnen, Frösche, Schlangen und Skorpione. Dabei wurde schnell klar, wie wichtig hier ein erfahrener Guide ist. Abgesehen davon, dass wir alleine niemals den Weg wieder herausgefunden hätten, war es Wahnsinn, wie schnell und konkret unser Guide Miguel die Tiere im Dschungel fand. 

Leticia Tipps: Nachtwanderung durch den Dschungel
Bei einer Nachtwanderung seht ihr Tiere, die sich tagsüber verstecken.
Spinne im Amazonas-Regenwald
Nichts für Leute mit Phobien: Beim Night Walk trafen wir viele große Spinnen.

Fundación Maikuchiga in Mocagua

Die indigene Gemeinschaft von Mocagua liegt in der Nähe des Ortes Puerto Nariño. Ihr erreicht den Anleger entweder mit den öffentlichen Booten von Transflufviam oder mit dem Boot eurer Unterkunft. Wir sind von Santa Sofia mit dem Boot unserer Reserva Tucuchira gefahren. Alleine die Fahrt über die Seitenarme und schließlich auf dem richtigen Amazonas war ein Erlebnis.

Die Fundación Maikuchiga ist eine Aufzuchtstation für kranke oder verletzte Affen. Wir waren erst skeptisch, spätestens vor Ort wurde aber klar, dass dieser Ort den Tieren zugutekommt. Fotos mit den Affen sind hier nicht erlaubt, damit das Ganze nicht zu einem Insta-Hotspot wird. Neben der Aufzuchtstation ist in Mocagua ein Besuch im ethnografischen Museum lohnenswert. Im Ort findet ihr zudem ein gutes Restaurant fürs Mittagessen.

Mocagua Fundación de Micos
Ankunft im Dorf Mocagua
Fundación de Micos Amazonas Leticia
Fotografieren ist nicht erlaubt. Dafür kommt ihr diesen Amazonas-Affen nirgendwo näher.

Amazonas-Delfine

Mit etwas Glück könnt ihr rund um Leticia Amazonas-Delfine beobachten. Um an die richtigen Stellen zu fahren, benötigt ihr einen erfahrenen Guide. Viele Touren ab Leticia haben keinen guten Ruf. Die Delfin-Beobachtungen könnt ihr dabei gut mit einem Ausflug nach Mocagua, Puerto Nariño oder dem Lago Tarapoto verbinden.

Leticia Tipps und Sehenswürdigkeiten: Amazonas-Delfine
Amazonas-Delfine am peruanischen Ufer

Besuch bei indigenen Stämmen

Ich dachte zunächst, dass der Besuch der indigenen Dörfer eher ein Versuch sei, uns klassische Mitbringsel wie Tücher, Magneten oder Schnitzereien anzudrehen. Das war nicht so. Der Besuch war eher ein kultureller Austausch. Der Medizinmann leerte uns die Pflanzenheilkunde am Amazonas. Außerdem erfuhren wir, wie die Pflanzen für die Herstellung von Gegenständen und ganzen Gebäuden funktioniert. Am Ende spielten wir mit den Kindern Fußball und alle waren happy über unseren Besuch.

Santa Sofia Leticia
Der kleine Fußballplatz in der Comunidad Santa Sofia

Angeln

Traditionelles Angeln in den Seitenarmen des Amazonas macht sehr viel Spaß und ihr könnt selbst entscheiden, ob ihr die Tiere wieder frei lasst oder zum Mittagessen verspeist.

Kanufahren

Kanufahren ist nur am Rande des Amazonas möglich, weil die Strömung schon ordentlich ist. Besser eignen sich die Kanäle an den Seiten des Flusses. Je nach Wasserlage könnt ihr dabei ziemlich weit in den Dschungel fahren und mit etwas Glück sogar Faultiere beobachten.

Leticia Sehenswürdigkeiten: Kanufahren am Amazonas
Mit Kanus fahrt ihr ganz gemütlich entlang der Amazonas-Kanäle

Puerto Nariño

Puerto Nariño ist nach Leticia die zweitgrößte Ortschaft am kolumbianischen Amazonasufer. Hier leben knapp 10.000 Menschen, es wäre aber übertrieben von einer Stadt zu sprechen. Autos sind verboten, es gibt nur ein paar Motorräder. Ansonsten versorgen sich die Bewohner über die Boote auf dem Amazonas. In Puerto Nariño findet ihr einige hübsche Lodges und Hostals zum übernachten. Das ist vor allem Thema, wenn ihr einen Ausflug zum Lago Tarapoto macht.

Tarapoto-See

Der Lago Tarapoto bei Puerto Nariño ist eines der wichtigsten Rückzugsgebiete der Amazonasdelfine. Rund um den See haben sich viele weitere Tiere angesiedelt. Vogelbeobachter kommen hier voll auf ihre Kosten. An einigen Stellen könnt ihr sogar baden. Von Leticia oder Santa Sofia aus ist die Tour für einen Tagestrip zu lang. Daher werdet ihr eine Zwischenübernachtung in Puerto Nariño machen.

Tipps für Leticia: Bootsfahrt auf dem Amazonas
Mit dem Boot geht es entlang des Amazonas nach Puerto Nariño

Unterkünfte in Leticia und am Amazonas

Im Prinzip benötigt ihr für euren Aufenthalt am Amazonas zwei Unterkünfte: eine in Leticia und eine für den Aufenthalt im Regenwald. 

Leticia

In Leticia waren wir im sehr schönen Hostel Casa de las Palmas*, mit einfacher Ausstattung, aber einem tollen Garten mit Pool. Hier sahen wir schon sehr viele Vögel in den Bäumen sitzen. Für etwas mehr Komfort ist das Hotel Yurupary* oder das Hotel Anaconda* eine gute Wahl. Beide sind mit Pool und klimatisierten Zimmern ausgestattet und wurden uns mehrfach empfohlen. Zum Bootsanleger lauft ihr von keiner der genannten Unterkünfte länger als 15 Minuten. Restaurants und Bars sind ohnehin in der ganzen Stadt verteilt.

Amazonas

Ihr solltet im Vorfeld für euch selbst klären, wie viel Luxus ihr bei einer eurer Unterkunft braucht und welche Abstriche ihr machen könnt. Am Amazonas-Ufer findet ihr sowohl einfache als auch relativ moderne Unterkünfte mit sehr vielen Annehmlichkeiten. Letztere sind allerdings oft völlig überteuert, der Service nur Durchschnitt und es geht ein gehöriges Stück Abenteuer verloren. Sehr hübsch, aber eher mäßig bewertet ist zum Beispiel die On Vacation Amazon Lodge*, rund 30 Bootsminuten nördlich von Leticia.

Ich würde mich immer wieder für ein paar Tage in eine Lodge mitten im Dschungel einquartieren. Für drei Tage ohne Strom und nur mit den Geräuschen des  Regenwaldes zu leben, ist einfach unvergesslich. Frisches Wasser, leckeres Essen und gute Betten bekommt ihr natürlich auch dort.

Mein Favorit unter den Dschungel-Lodges ist die Reserva Natural Tucuchira*, die ich weiter unten noch genauer beschrieben habe. Eine weitere tolle Unterkunft, bei der ihr die indigene Kultur und den Dschungel aus nächster Nähe kennenlernt, ist La Ceiba* bei Puerto Nariño. Etwas komfortabler ist die Reserva Natural Natura Park* mit einzelnen Chalets und Amazonas-Blick.

Reserva Natural Tucuchira

Anfahrt ab Leticia

Die Reserva Natural Tucuchira liegt rund eine Bootsstunde von Leticia entfernt. Mit dem Boot von Transfluviam fahrt ihr in Richtung Puerto Nariño und steigt an der Anlegestelle Santa Sofia aus. Santa Sofia ist eine Comundiad in der verschiedene Teile der lokalen indigenen Bevölkerung leben. Die Guides holen euch von der Anlegestelle ab. Bei hohem Wasserstand des Amazonas könnt ihr mit dem Boot bis zur Unterkunft fahren, während der Trockenzeiten lauft ihr die rund 20 Minuten entlang eines kleinen matschigen Pfads. Gummistiefel bekommt ihr unterwegs, vorher müsst ihr bei der Reserva eure Schuhgrößen durchgeben.

Ein Gästehaus mitten im Dschungel

Die Unterkunft besteht aus einem wunderschönen natürlichen Garten und zwei großen Holzhäusern. In einem Haus schlafen die Angestellten und im anderen die Gäste. Das Gästehaus umfasst einen großen Schlafsaal für bis zu acht Personen und zwei Doppelzimmer im ersten Stock. Überdachte Holzstege führen euch zum Restaurant, das gleichzeitig als zentraler Anlaufpunkt zum Abhängen dient. Die offenen Duschen erreicht ihr ebenfalls über Holzstege. Ein einfacher Sichtschutz gibt euch ein wenig Privatsphäre, ansonsten duscht ihr wirklich mitten im Dschungel, was alleine schon immer ein Erlebnis war. Ein weiteres Highlight ist ein Liegenetz zum Chillen oder Sterne beobachten am Abend.

Reserva Natural Tucuchira Duschen
Fantastisch: Offene Duschen mitten im Dschungel sind allein schon ein Erlebnis.

Kein Strom und kein Internet – aber gutes Essen

Das Essen wird mit einem Gasherd zubereitet und es gibt drei sehr reichhaltige und leckere Mahlzeiten pro Tag. Gefiltertes Wasser zapft ihr euch aus einem Wasserspender. Es gibt keinen Stromkein WLAN und auch kein Handynetz. Für Nachrichten nach Hause könnt ihr aber rund 500 Meter in Richtung Santa Sofia laufen, wir hatten dort guten Empfang und haben die dortige Brücke auch kurzerhand 4-G-Brücke getauft.

Tipps für Leticia: Reserva Tucuchira
Morgens werdet ihr von Affen besucht.
Sonnenuntergang am Amazonas Leticia
Sonnenuntergang über dem Dschungel von der Reserva Tucuchira aus.

Fazit

Die Zeit in der Reserva Tucuchira war unvergesslich. Ich kann jedem eine Reise hierhin empfehlen. Die familiäre Atmosphäre, die professionellen Ausflüge mit den erstklassigen Guides und die abgefahrene Lage sind eigentlich kaum zu toppen. Auf Strom und regelmäßiges Internet müsst ihr für ein paar Tage verzichten. Wenn ihr das könnt, erwartet euch hier eine megageile Zeit.

Karte mit Sehenswürdigkeiten

Sicherheit in Leticia

Die Kolumbianer behaupten, es sei in Tabatinga gefährlicher. Und das gleiche behaupten die Brasilianer von Leticia. Ein wenig Vorsicht ist in der ganzen Region geboten, denn logischerweise ist das Dreiländereck nicht nur Umschlagplatz für Nahrungsmittel, Baumaterial und sonstige Güter, sondern auch für Drogen jeder Art. Als Tourist bekommt ihr in der Regel aber wenig davon mit. Die Leute waren zu uns insgesamt sehr freundlich und hilfsbereit.

Gerade in Leticia war das Militäraufkommen sehr hoch, außerhalb der Stadt aber nicht. Während unserer drei Nächte im Dschungel sahen wir ohnehin nur wenige andere Menschen. Einige giftige Tiere wie Schlangen, Spinnen und Skorpione waren sicherlich das höchste Risiko. Mit einem erfahrenen Guide an eurer Seite lernt ihr aber sehr schnell mit denen klar zu kommen.

Anreise nach Leticia

Leticia ist nur mit dem Flugzeug oder dem Boot zu erreichen. Es gibt keine Straßen in die Stadt. Über die Grenzstädte Tabatinga und Santa Rosa könnt ihr weiter nach Brasilien und Peru reisen.

Boote

Entlang des kolumbianischen Ufers verkehren die Boote von Transfluviam mehrfach täglich zwischen Leticia und Puerto Nariño. Ein Boot fährt auch bis Caballo Cocha auf peruanischer Seite. Es lohnt sich die Tickets im Vorfeld zu buchen, da die Plätze oft ausgebucht sind und ihr dann ein späteres Boot nehmen müsst. Dabei hilft euch in der Regel eure Unterkunft oder ihr probiert es über die Website von Transfluviam

Für größere Gruppen oder Familien sind die Boote von Expresos Unidos 3 Fronteras oder Transportes Amazonicos an. Einige Unterkünfte haben auch eigene Boote. 

Von Santa Rosa fahren größere Schnellboote bis nach Iquitos, von Tabatinga Schnellboote und größere Fähren bis nach Manaus. Zwischen Santa Rosa und Leticia verkehren rund um die Uhr kleine Boote zum Übersetzen.

Flugzeug

Es gibt täglich mehrere Verbindungen nach Bogotá mit Avianca und LATAM. Saisonal fliegen LATAM und Viva Colombia auch nach Medellín oder Cali. Der Flughafen von Leticia ist klein, aber hat alles, was einen Flughafen ausmacht. Wir waren von der Modernität etwas überrascht. Ins Zentrum von Leticia könnt ihr quasi laufen. Für 10.000 Pesos stehen euch ansonsten Taxis oder kleine Tuk-Tuks zur Wahl.

==> Verbindungen checken über flightconnections.com

Impressionen aus Leticia und Umgebung

Bootsanleger in Letica
Der Bootsanleger für Fahrten auf dem Amazonas in Leticia
Transfluviam Amazonas
Die Boote von Transfluviam bringen euch zu jedem Anleger entlang des Ufers.
Leticia - Tipps & Sehenswürdigkeiten am kolumbianischen Amazonas
Schnellboot von Transfluviam auf dem Amazonas
Santa Sofia Amazonas Kolumbien
Über einen kleinen Pfad und eine Brücke kommt ihr vom Anleger in die Comunidad Santa Sofia
Tiere in Leticia
Tagsüber sind schon einige Krabeltiere zu sehen.
Night Walk Amazonas
Richtig viele Tiere am Amazonas seht ihr aber erst bei Nacht.
Tipps für Leticia: Ausflug nach Mocagua
Das kleine Dorf Mocagua ist definitiv einen Ausflug wert.

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Inhalt: Tipps für Leticia, Amazonas
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Karibische Sandstrände, tolle Tauchreviere, Palmen und traumhafte Unterkünfte abseits der Massen. All das bietet die kleine Insel Isla Fuerte, die nur wenige Kilometer vor der Karibikküste Kolumbiens liegt. Die Anreise benötigt zwar ein wenig Planung, letztendlich ist die Insel aber total unkompliziert erreichbar. Isla Fuerte wird ausschließlich mit kleinen Booten angefahren, deswegen verirren sich auch nur sehr wenige internationale Touristen hier her.

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