Mestia – Tipps für eine Reise nach Swanetien und den Nordkaukasus

Mestia – Tipps für eine Reise nach Swanetien und den Nordkaukasus
Inhalt: Tipps für Mestia

Bei meiner Ankunft in Mestia dachte ich erst, ich sei in einem schweizer Skiresort gelandet, denn der Ort hat sich ziemlich herausgeputzt, besitzt moderne Häuser im alpinen Stil und ist verhältnismäßig gut besucht. Es gibt sogar einen kleinen Flughafen mit Verbindungen nach Tiflis. Sobald ihr den Ort verlasst, seid ihr aber nahezu alleine mit der wunderschönen Natur Swanetiens.Vor knapp einem Jahrzehnt war die Region Swanetien für Besucher beinahe komplett unzugänglich. In Folge des Bürgerkriegs in den 1990ern hielten berüchtigte swanische Banden hier die Stellung und erst nachdem das Militär 2008 eingriff, konnte die Gegend befriedet werden. Allerdings sind große Teile der Region immer noch völlig unerschlossen und ein Paradies für alle Wanderer und Freunde von Berggipfel-Panoramen. Wir waren während unserer Rundreise durch Georgien für drei Tage rund um Mestia unterwegs.
Mestia ist die wichtigste Stadt in Swanetien und der Ausgangspunkt für alle Erkundungen in der Region. Von Mestia aus starten die Ausflugstouren in das Bergdorf Ushguli, von wo aus ihr den Shchara, den höchsten Berg Georgiens besuchen könnt. Hier sind meine Tipps für Mestia.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2-3 Nächte

Sehenswürdigkeiten in Mestia

Ich würde mindestens einen Tag nur für die Erkundung Mestias und die direkte Umgebung einplanen, besser sogar zwei. Allerdings kommt das auch ein bisschen auf eure Wanderlust und das Wetter an. Mestia hat etwa 10.000 Einwohner und zieht sich entlang des Mulkhra-Tals über etwa drei Kilometer in die Länge. Es lohnt sich verschiedene Wanderungen um die Stadt herum zu machen. Der Ausflug nach Ushguli ist beinahe schon obligatorisch, die dortige Wanderung zum Shchara allerdings nicht.

Rundreise Kaukasus Mestiachala River
Der Mestiachala-River fließt in Mestia in den Mulkhra

Wehrtürme

Die swanischen Völker im Kaukasus galten seit jeher als besonders kampffreudig und wehrhaft. Auch heute merkt ihr den Einwohnern der Region den Stolz auf ihre Herkunft an. Ein Grund für ihre kriegerische Überlegenheit waren die zahlreichen Wehrtürme, die ihr auch heute noch in ganz Swanetien findet. Ein Wehrturm fungierte unter anderem als Spähturm, Versteck, Waffenlager, Vorratslager und in Kriegszeiten sogar als Wohnraum. Auch untereinander wichen die Swanen Auseinandersetzungen selten aus. Mestia besitzt noch ein paar sehr gut erhaltene Exemplare, die es sich lohnt hochzusteigen. 
Die einzige Partnerstadt von Mestia ist übrigens das toskanische San Gimignano, das von der Optik her ein ziemlich ähnliches Stadtbild besitzt. Ein Unterschied ist allerdings, dass die umliegenden Hügel in der Toskana keine 5.000 Meter hoch sind.

Tipps für Mestia Georgien
Über 30 swanetische Wehrtürme stehen in Mestia und Umgebung.

Haus-Museen

Die vielen Geschichten und Myhten über die mutigen Swanen könnt ihr am besten in den Museumshäusern kennenlernen. Verbunden wird ein Besuch mit dem Aufstieg auf einen Wehrturm. Margiani’s House Museum und das Mikhail Khergiani House Museum sind beides gute Adressen, wobei ihr bei letzterem auch noch die alte Laghami Kirche besuchen könnt und solltet.

Reiseroute Georgien, Rundreise Kaukasus Mestia Wehrturm Mestiachala
Blick von einem Wehrturm über Mestia und das Mestiachala-Tal. Rechts seht ihr die kleine Landebahn.

Ehtnologisches Museum

Eigentlich bin ich kein großer Museumsgänger, aber in Mestia hab ich mir gleich drei Museen gegeben. Die Geschichte von Mestia ist einfach sehr interessant und beeindruckend. Denn bis vor vielen Jahren lebte man hier noch fast komplett von der Welt abgeschieden. In einigen Teilen Swanetiens ist das auch heute noch so. Das Ethnologische Museum ist für noch mehr Hintergrundwissen die richtige Adresse.

Tipps für Mestia Swanetien Georgien
Trotz der Modernisierung Mestias, läuft vieles noch traditionell ab.

St. Nikoloz Kirche

Bei eurem Stadtrundgang werdet ihr die St. Nikoloz Kirche immer wieder entdecken, denn sie steht auf einem kleinen Hügel. Der Blick von der Kirche aus ist auch nicht schlecht.

St. Nikoloz Church
Die St. Nikoloz Kirche ist die größte und modernste Kirche Mestias.

Mestia Cross

Der erste Wanderweg, der euch schnell aus der Stadt herausführt, beginnt hinter dem Khergiani House Musem. In rund zwei Stunden erreicht ihr das Gipfelkreuz und einen tollen Aussichtspunkt. Hier seid ihr bereits auf über 2.000 Meter Höhe. Auf Google Maps ist der Weg leider nicht besonders gut eingezeichnet, dafür aber auf MapsMe, einer Offline-Karten App, die für Swanetien auch insgesamt genauer funktioniert.

Museum Mestia
Bei einem Museumsbesuch in Mestia erfahrt ihr viel über die Geschichte Swanetiens.

Koruldi Seen

Vom Mestia Cross führt ein weiterer gut befestigter Pfad zu den Koruldi Seen. Dabei geht es stetig bergauf. Nach etwa zwei Stunden, mehreren Pausen und fast noch einmal 1.000 Höhenmetern erreicht ihr die Koraldi Lakes. Hier oben ist die Luft schon deutlich dünner. Die Seen alleine sind nicht besonders spektakulär, dafür aber der Ausblick auf den Ushba (4.737 m), den dritthöchsten Berg Georgiens, dessen Nordhang bereits zu Russland gehört. Dahinter versteckt sich der Elbrus (5.642), der höchste Berg im Kaukasus, den ihr von den Koruldi Seen aus aber nicht sehen könnt. Insgesamt benötigt ihr für den Rückweg nach Mestia etwa drei Stunden. Ich empfehle euch vormittags loszugehen, in der Regel ist das Wetter um die Mittagszeit am Gipfel am besten.

Hatsvali Skilift

Auf der Südseite Mestias fährt das ganze Jahr über ein Skilift auf den Heshkili, den Hausberg von Mestia. Im Winter wird hier ein wenig Ski gefahren, im Sommer könnt ihr prima wandern. Von der oberen Lift-Station gehen mehrere Wanderwege ab. Eine gute Option ist mit dem Lift nach oben zu fahren, um anschließend den etwa sieben Kilometer langen Pfad hinab nach Mestia zu laufen. Dafür benötigt ihr rund 90 Minuten. Für längere Wanderungen bekommt ihr in der Touristeninformation in Mestia übersichtliche Wanderkarten. Auch hier ist MapsMe unterwegs eine gute Hilfe.

Skigebiet Tetnuldi

Falls ihr zwischen November und April in Mestia seid und Bock auf eine Runde Skifahren habt, liegt für euch rund 45 Autominuten östlich von Mestia das Skigebiet Tetnuldi bereit. Der Gipfel des Tetnuldi ist mit 4.585 Metern der vierthöchste Berg Georgiens. Das Skigebiet geht auf bis zu 3160 Meter und führt etwa 13 Kilometer Piste. Ein Tagespass gibt es ab 40 Lari (10 Euro) und die Skiausrüstung könnt ihr sowohl in Mestia, als auch an der Talstation mieten.

Tetnuldi Georgien
Blick auf das Skigebiet Tetnuldi

Restaurant-Tipps für Mestia

Das Zentrum Mestias wurde 2010 komplett restauriert, alte Häuser abgerissen und durch Restaurants und moderne Gasthäuser ersetzt. Es wird häufig kritisiert, dass Mestia sein altes Stadtbild komplett verloren hat. Und tatsächlich gleicht die Gegend rund um den Seti Square einer kleinen Fressmeile. Die Angebote in diesen Restaurants gleichen sich sehr. Es gibt typisch georgisches mit leichten swanetischen Einflüssen. Alles ist relativ teuer und auf internationale Gäste getrimmt. Die Stimmung ist dennoch gut, auch wenn man mehr mit den anderen Reisenden ins Gespräch kommt als mit den Einheimischen. Ein beliebter Treffpunkt ist das Laila, das auch gutes Essen bietet. Wenn ihr es etwas traditioneller und ursprünglicher möchtet, ist das Old House eine gute Adresse. Feiern können die Swanen mit viel Chacha bis spät in die Nacht, in Grannys Bar auch bis zum nächsten Morgen.

  • Khinkali: Gefüllte Teigtaschen in Brühe gekocht. Will ich jeden Tag essen.
  • Badridschani: Mit Wallnüssen gefüllte Auberginen
  • Chatschapuri: Deftiges Käsebrot, am besten direkt aus dem Ofen einer klassischen Bäckerei. Geht immer!
  • Mzwadi:  Eine Art Schaschlik aus Kalb, Schwein oder Huhn
  • Satsivi: Hähnchenfleisch mit Wallnussoße
  • Chashushuli (Mein Favorit): Rindergulasch auf georgisch mit Koriander
  • Tschurtschela: Hängt an jedem Straßenstand, ist aber kein Touri-Ding, sondern Dessert aus Wallnüssen mit Fruchtgelee überzogenen
  • Chacha: Traubenschnaps, der viel, oft und häufig getrunken wird.
  • Wein: An jeder Ecke.
Essen aus Swanetien
Typisches Gericht in Mestia: Swanetische Wurst, Fladenbrot und rote Beete-Salat

Unterkünfte in Mestia

Im Zentrum liegt ein Guesthouse neben dem nächsten. Vor allem im Hochsommer ist es sehr voll, daher würde ich nach Mestia eher in der Nebensaison zwischen April und Juni fahren. Die Unterkünfte sind teilweise sehr einfach, aber es ist alles da, was ihr braucht. Die Gastfreundschaft der Swanen ist seit jeher bekannt.

Ich kann das Guesthouse Katia* empfehlen. Die Ecke ist sehr ruhig und ihr erreicht das Zentrum in fünf Minuten zu Fuß. Es handelt sich um ein traditionelles Haus, das nicht zu den Neubauten im Zentrum gehört. Besonders schön ist der Blick von der Veranda über das Tal. Für mehr Komfort geht ihr ins 3* Hotel Mestia Inn*, das ebenfalls eine tolle Terrasse mit Aussicht bietet. Wenn ihr nicht direkt im Zentrum wohnen müsst, ist das Mountain Star* eine sehr ruhige und authentischer Kompromiss zwischen Hotel und Guesthouse.

Es ist kein Geheimnis, dass in Mestia derzeit Hotels ohne Ende aus dem Boden sprießen, sodass der Massentourismus in ein paar Jahren wohl endgültig Einzug erhält. Zum Glück liegen in der Umgebung viele weitere Dörfer, die dann für uns noch interessanter werden dürften.

Karte mit Sehenswürdigkeiten

Anreise nach Mestia

Die Straße nach Mestia wird derzeit weiter ausgebaut, ebenso die Verbindung nach Ushguli. Wer etwas mehr ausgibt, um Zeit zu sparen und einen spektakulären Blick auf den Kaukasus möchte, fliegt mit Vanilla Sky von Tiflis oder Kutaissi.

Mit der Marschrutka

Ab Zugdidi (4 Stunden), Poti (5 Stunden), Batumi (6,5 Stunden) und Kutaissi (5 Stunden) gibt es Direktverbindungen mit der Marschrutka nach Mestia. Die Fahrt kostet meistens nur 15-20 Lari, je nachdem, wie voll die Marschrutka ist. In der Regel wartet der Fahrer, bis mindestens alle Plätze belegt sind. Unterwegs macht ihr 20 Minuten Pause an einer Raststation. Die Straße ist zunächst gerade und führt durch flaches Gelände. Bei Dschwari werden die ersten Hügel schlagartig zu hohen Bergen und die Straße deutlich kurvenreicher. Die Fahrt führt am Enguri-Damm vorbei und bis auf ein paar kurze Ausnahmen ist die Straße asphaltiert, sodass ihr die imposante Aussicht genießen könnt.
Die Strecke nach Ushguli und auch die Straße über den Zageri-Pass wird derzeit asphaltiert. Der größte Teil ist jedoch noch Schotterstraße, die häufig heftige Schlaglöcher hat, teilweise durch Flüsse verläuft und definitiv nur mit einem guten Allradwagen zu bewältigen ist.

==> Weitere Hinweise zur Fahrt nach Ushguli findet ihr in diesem Artikel

Mit dem Flugzeug

Die private Airline Vanilla Sky fliegt verschiedene Ziele in Georgien an und bietet zusätzlich komplette Tour-Pakete. Auf dem Flugplan steht auch der kleine Flughafen von Mestia. Bis zu sechs Mal in der Woche fliegt eine LET Turbolet Propeller-Maschine mit 19 Sitzplätzen. Statt fast zehn Stunden Fahrt auf dem Landweg, fliegt ihr in 90 Minuten quer über die Gipfel des Kaukasus.
Die Tickets sind mit 100 Lari (25 Euro) oneway sogar relativ günstig. Im Preis ist der Shuttle ab dem Zentrum von Tiflis enthalten und erlaubt maximal 15 kg Gepäck. Geflogen wird um 10 Uhr morgens, am Sonntag um 14 Uhr.
Zur Hochsaison gibt es auch zwei wöchentliche Verbindungen ab Kutaissi. Checkt den Flugplan aber besser noch einmal rechtzeitig. Außerdem solltet ihr für alle Fälle genug Zeitpuffer einplanen, denn bei schlechtem Wetter wird nicht geflogen. Dann müsst ihr doch den Landweg nutzen oder auf den nächsten Tag hoffen.
Die Tickets und Touren könnt ihr ganz einfach über die Website von Vanilla Sky buchen.

==> Zur Website von Vanilla Sky

Impressionen aus Mestia

Marschrutka Georgien Mestia
Mit der Marschrutka geht es die asphaltierte Fernstraße hoch nach Mestia.
Enguri Damm Georgien
Die Fahrt geht entlang des Enguris und dem Enguri-Damm bei Dschwari.
Road to Mestia
Schon die Anfahrt nach Mestia durch grüne Landschaften ist spektakulär.
Panroama-View Mestia
Der Blick über den Ostteil Mestias und das Mestiachala-Tal.
Lada Niva Georgien
Das häufigste Auto in Georgien ist der Lada Niva. In Swanetien kommt er noch häufiger vor als im Rest des Landes.
Laghami Church Mestia
Die Laghami Kirche in Mestia
Mulkhra River
Der Mulkhra fließt quer durch Mestia.
Ushba Georgien Swanetien Mestia Ushguli
Der Ushba (4.737 Meter) ist auf der Straße nach Ushguli zu sehen.
Ushba Georgien Swanetien Mestia Ushguli
Der Ushba (4.737 Meter) ist auf der Straße nach Ushguli zu sehen.

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